ESOF 2012

Gleich nach Verlassen des Flugzeuges wurden wir auch gleich von ESOF begrüßt

“5 Tage, 5 Nobelpreissprecher, 500 Vortragende und 5000 Teilnehmer aus 50 Ländern” das versprach das diesjähre Euroscience Open Forum (ESOF), das in Dublin stattfand - eine Konferenz aller Wissenschaften, von Physik, über Mathe, Ökologie bis hin zur Politik. Meinen Freunden und mir war klar, dass das ESOF garantiert ein riesiger Spaß werden wird und so flogen wir - Tobias, David, David und ich - an einem Montagmorgen im Juli nach Dublin.

Die Opening Ceremony mit Musik und Tanz

Die Menschen in Dublin sind alle zuvorkommend, humorvoll und haben diese gewisse Selbstironie, die sie gleich sympathisch macht. Und wer mal nach Dublin kommen sollte, sollte sich die Free Walking Tours auf keinen Fall entgehen lassen. Und das Trinity College ist in jedem Fall auch einen Besuch wert.

Aber zurück zum eigentlichen Grund unserer Reise: Die große Opening Ceremony des ESOFs begrüßte uns mit viel Musik und bewegenden Reden. Und es wurde schnell klar - ESOF ist nicht nur irgendeine Konferenz. Sie ist eine Konferenz mit Herz um Wissenschaftler Europas die Gelegenheit zu geben, sich gegenseitig kennenzulernen. Auf keinen Fall soll gelten: “Kennt man eine, so kennt man alle.” so sagte die Präsidentin des Euroscience. Und so endete die Zeremonie mit irischen Klängen und Tänzen und der Aufforderung, sich in Irland wohl zu fühlen und neben des ESOFs auch Irland zu erleben.

Marcus de Sautoy - The secret Mathematicians
Brian Green - String Theory

Die folgenden 5 Tage haben wir tatsächlich bis zur letzten Sekunde ausgenutzt und genossen. Einige Vorträge begeisterten einfach durch ihre tollen Diskussionen und Geschichten, andere aufgrund ihrer großen und tollen Redner.

Marcus de Sautoy stellte geheime Mathematiker der Malerei, Musik, Natur und Choreografie vor. Brian Green erklärte mit lebendigen Bildern und Beispielen die String Theorie, sodass selbst eine Physiknull wie ich dem Ganzen gespannt und begeistert folgen konnte und CERN-Chef Rolf-Dieter Heuer erläuterte was es sich mit dem neu entdeckten Higgs-Teilchen denn auf sich hat und Christian Keysers erzählte wie Empathie funktioniert.

Craig Venter

Außerdem erfuhren wir von Planetary Robots, Fraktalen, der Ökonomie und Ökologie in der Arktis, Sonnenstürmen und führten eine Videokonferenz mit der Space Weather Station in den USA. Ich denke spätestens jetzt ist klar, wie breit gefächert das ESOF ist.

Toll fand ich auch, dass das ESOF auch viel für Studenten angeboten hat. So gab es die Möglichkeit bei einem Porridge with the Prof teilzunehmen. Dabei gab es nicht nur super leckeres kostenloses Essen (Nom, nom, nom), sondern man hatte die einzigartige Möglichkeit, mit einem Wissenschaftler ganz informal an einem Tisch zu sitzen und über alles zu reden, was einem einfällt.

Während David und Tobi sich für Stephen Myers, Director of Accelerators and Technology am CERN, entschieden, saß ich an einem Morgen gemeinsam mit Brian David Johnson an einem Tisch. Mr Johnson ist Futurist bei Intel und reist um die Welt um die Spezifikation für Chips in 20 Jahren zu schreiben und es war wirklich interessant zuzuhören, wie er zu diesem Job gekommen ist, was ihn antreibt und was ihm manchmal auch schwer fällt. Später am Tag hat Mr Johnson noch einen Vortrag mit dem Titel Mechanical ducks, tea-cup robots & Frankenstein’s monster: imagining a new future for computing gehalten und sehr humorvoll von Geräten in der Vergangenheit und ihren Wandel bis zur Gegenwart berichtet und von möglichen Geräten in der Zukunft geredet.

Am Ende kann ich eigentlich nur noch sagen, dass es sich sehr, sehr gelohnt hat, nach Dublin zu fliegen und an dem ESOF teilzunehmen. :D

Ein Dank geht auf jeden Fall noch an Siemens YOLANTE für die finanzielle Unterstützung, die ich erhalten habe. 2014 findet das nächste ESOF in Kopenhagen statt und ich empfehle jedem (vor allem allen Siemens CUBEDlern), dort teilzunehmen, der sich für Wissenschaft interessiert (und wer tut das nicht?).